
22.01.2005, 22:08
|
 |
Administrator
Brauchtum:
|
|
Registriert seit: 01.01.1970
Ort: Mülheim an der Ruhr
Alter: 59
Beiträge: 462
|
|
|
Rheinischer Karneval in Ostbelgien
Wenn die Narren die Macht übernehmen
BRAUCHTUM / Wie in den Ostkantonen Karneval gefeiert wird
Nicht nur am Rhein regieren im Karneval die Narren. Auch in den deutschsprachigen Ostkantonen Belgiens lebt der Karneval. Was das Treiben der „Jecken" in Ostbelgien jedoch von dem anderer Regionen unterscheidet, ist die Tatsache, dass man es dort auf engstem Raum mit zwei verschiedenen Traditionen zu tun hat. Dem rheinischen Karneval in den deutschsprachigen Gemeinden un dem „Cwarme" in Malmedy.
Im Allgemeinen jedoch geht es in diesem Landesteil mit 70 000 Einwohnern entlang der deutschen Grenze nicht viel anders zu als in den Hochburgen des nordrheinwestfälischen Karnevals.
In den meisten Gegenden lautet der karnevalistische Schlachtruf „Alaaf'. In einigen Ortschaften der belgischen Eifel begrü߸en sich die Narren mit einem kräftigen „Helau". Nur in der im Süden gelegenen Stadt St.Vith ruft man „Fahr'm dar", was so viel bedeutet wie „Hau drauf'.
Der Stra߸enkarneval beginnt auch in Ostbelgien am Altweiberdonnerstag, wenn die Alten Weiber oder Möhnen die Rathäuser stürmen und Jagd auf Krawatten machen. Höhepunkte der närrischen Tage sind die-Umzüge, die je nach Stadt oder Ortschaft am Karnevalssonntag, am Rosenmontag oder am Veilchendienstag stattfinden. Der Karnevalsprinz wird zumeist begleitet von zwei weiblichen Pagen, wobei in einigen Ortschaften auch noch ein Hofnarr mitmischt. In der Grenzortschaft Lichtenbusch hingegen steht ein Dreigestirn an der Spitze des Karnevals. In einigen Narrenhochburgen im Süden Ostbelgiens verzichtet man darauf, einem Prinzen die Herrschaft über die tollen Tagen anzuvertrauen.
Eine Besonderheit stellt die französischsprachige Stadt Malmedy dar. Dort feiert man den so genannten „Cwarme", den wallonischen Karneval, dessen Ursprünge bis auf das 15. Jahrhundert zurückgehen. Ab dem 17. Jahrhundert wurde das bunte Treiben von den kirchlichen
Behörden verboten, weil es als Fortsetzung heidnischer Bräuche galt.
Fortan sollten Ruhe und Ordung gewahrt bleiben. Im Laufe der Zeit wurden die Verbote immer häufiger ignoriert. Im 20. Jahrhundert wurde der Karneval nur noch in Kriegs¬zeiten sowie 1962 wegen der Gefahr einer Pockenepidemie untersagt. Eine Besonderheit des „Cwarme" ist, dass es vor den tollen Tagen gleich vier „fette Donnerstage" gibt. Das bunte Treiben endet am „fetten Dienstag" mit der Verbren¬nung der „Haguete", eines der für den „Cwarme" so typischen Kostüme. Wichtigstes Merkmal der „Haguete" ist die napoleonische Kappe mit den Strau߸enfedern.
Narrenherrscher ist in Malmedy kein Prinz, sondern der „Trouvle". Er hält kein Zepter in der Hand, sondern eine Art Brotschieber. Der gro߸e Umzug am Sonntag zieht jedes Jahr Tausende von Touristen an. Mit ihren traditionellen Masken und Kostümen, ihren langen Armen und langen Nasen sorgen die Teilnehmer für ein einzigartiges Schauspiel
Informationen: Verkehrsamt der Ostkantone, Mühlenbachstra߸e 2, B-4780 St. Vith, 12 0032-80-22 76 64
Quelle: NRZ vom 22.01.05
__________________
Liebe Grüße
Nobby
wer kämpft ... kann verlieren
wer nicht kämpft ... hat schon verloren
|