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Einmal Prinz zu sein........

Dies ist eine Diskussion über Einmal Prinz zu sein........ im Unterforum Sonstiges vom Forum Vereine/Künstler aus Deutschland
ich bin schon ganz gespannt darauf!! Kann es kaum erwarten...


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prinz

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  #21 (permalink)  
Alt 09.11.2005, 16:41
 
Registriert seit: 15.11.2004
Alter: 29
Beiträge: 1
ich bin schon ganz gespannt darauf!! Kann es kaum erwarten
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  #22 (permalink)  
Alt 10.11.2005, 17:07
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Registriert seit: 11.01.2005
Alter: 57
Beiträge: 0
Ach, wär' ich nur ein einzig Mal ein stolzer Prinz im Karneval." Ob jeder, der das Lied in den Karnevalssitzungen mitsingt, das wirklich gern wäre, mag dahingestellt bleiben. Denn einfach ist die Prinzenrolle nicht -und billig schon gar nicht. Gleichwohl finden sich Jahr für Jahr Männer, die diese Rolle spielen wollen. Manche reissen sich förmlich darum - und nicht immer mit Erfolg.
Schon früh im Jahr, wenn der Elfte im Elften und die nächste Session noch in weiter Ferne liegen, beginnt im Festkomitee die Suche. Karnevalistische Insider flüstern sich Namen zu: „Der X soll es machen" - was dann in der Regel gar nicht stimmt. Karnevalsgesellschaften melden Ansprüche an. Anlässe finden sich immer, Jubiläen zumeist. Die werden von den organisierten närrischen Kölnern in grosser Anzahl gefeiert; nicht nur, wenn sich die Wiederkehr der Gründung durch 10 oder notfalls durch 5 teilen lässt. Auch die Jeckenzahl 11 muss für Jubeljahre herhalten: Dreimal Elf oder auch nur einmal - man feiert die Feste, wie sie fallen. In den Gesellschaften, die jubilieren oder einfach meinen, sie wären „auch mal dran mit dem Dreigestirn", hat man natürlich schon Ausschau gehalten nach passenden Kandidaten. Wer käme denn in Frage als Prinz? Gut muss er aussehen, nicht unbedingt schön wie ein Filmstar, aber doch stattlich. Gute Reden muss er halten können, was so einfach nicht ist. Manch einer, der im kleinen Kreis mit Geist, Witz und Schlagfertigkeit brilliert, gerät vor grossem Publikum ins Stocken. Aber das lässt sich regeln; schliesslich gibt es Rhetorikkurse, die das Festkomitee seinen Repräsentanten nachdrücklich empfiehlt.
Schwieriger wird es, wenn es um Geld geht. Prinz, Bauer und Jungfrau müssen, wie man in Köln sagt, „jet an de Föö߸ han" und bereit sein, grössere Beträge hinzublättern. Bisher trugen sie die während der Amtszeit entstehenden Kosten in voller Höhe selbst. Wie teuer das Vergnügen ist, darüber wird eisern geschwiegen. Doch Insider behaupten steif und fest, dass Prinzen nicht unter 50 000 Euro davonkamen und Bauern und Jungfrauen zusammen noch mal diesen Betrag aufbringen mussten. Kein billiges Vergnügen. Und das ist es auch nicht, wenn - wie es das Festkomitee 1991/92 erwog - ein Teil der Kosten erlassen wird.
Eine Karnevalsgesellschaft hat also ihre Kandidaten ausgesucht. Zwischendurch ist schon mal einer abgesprungen, aber es fand sich Ersatz. Die drei, die schliesslich entschlossen sind, haben ihre Familien überzeugt und sind mit Geschäftspartnern oder Chefs einig geworden, wie es denn weitergeht mit der Firma in den närrischen Wochen. Sie haben getestet, ob sie zusammen passen, ob sie es durchhalten, sich drei oder mehr Wochen unter Stressbedingungen eng auf der Pelle zu sitzen, und sie haben sich sogar einen Strafregisterauszug kommen lassen, damit sie nachweisen können, dass sie ehrenwerte Leute sind. Wären sie das nicht, dann gäbe es, wie Beispiele aus früheren Jahren zeigen, einen Skandal, der den Karneval erschüttern könnte.
Wenn es das Pech dann will, hat eine andere Gesellschaft auch Jubiläum und präsentiert ebenfalls drei respektable Kandidaten. Oder das Festkomitee hat mal eine ganz andere Idee: Es muss ja nicht immer ein Dreigestirn aus einer Jubiläumsgesellschaft sein ... In solchen Situationen ist Ärger programmiert. Da verflüchtigt sich schon mal der sprichwörtliche kölsche Humor. Irgendwie aber kommt alles ins Lot. Das Komitee entscheidet, der Oberbürgermeister wird konsultiert, denn er muss ja wissen, wen er im Januar proklamiert. Und dann werden die Namen veröffentlicht; es soll nichts mehr überkochen in der Gerüchteküche. Danach ist für die designierten Tollitäten an Stammtischen und bei anderen Gelegenheiten manche Runde fällig; schon ehe es richtig losgeht mit den grossen Ausgaben.
Die meisten Kölner nehmen die Mitteilung der Namen erst mal recht gelassen auf. Die Zeit ist vorbei, da die Namensliste von Prinz, Bauer und Jungfrau schon im frühen Herbst Stadtgespräch war. Es gibt so viele wichtige, auch sensationelle Nachrichten, so viele Reize, so viele interessante Figuren. Erst um den Elften im Elften herum, wenn das künftige Dreigestirn im Rathaus offiziell den Repräsentanten der Stadt und anschliessend (noch in Zivil, versteht sich) auf dem Alter Markt dem Publikum vorgestellt wird, wachsen Interesse und Neugier. „Mal sehen, wie gut die sind."
Wie gut - nicht, ob sie überhaupt gut sind, wird gefragt. Es gilt in Köln offenbar ein ungeschriebenes Grundgesetz, nach dem die Würde von Prinz, Bauer und Jungfrau unantastbar ist - es sei denn (siehe oben), ihre Weste wäre nicht weiss. Man macht, ausser im respektlosen alternativen Karneval, keine Witze über sie, man klatscht auch bei weniger attraktiven Ansprachen und glaubt die Loblieder auf Stadt und Fasteleer, die zum Ritus jeder Prinzenrede gehören.
Die erste Ansprache vor grossem Publikum hält Seine Tollität bei seiner Proklamation im Gürzenich. Wenn er die überstanden hat, dann kann ihn eigentlich nichts mehr erschüttern. Denn dieses glanzvolle Fest hat seine Tücken für alle, die oben auf der Bühne agieren. Unten sitzt nämlich die Karnevalsprominenz, die von unfreundlichen Zeitgenossen „Karnevalsmafia" genannt wird. Jedenfalls sind das anspruchsvolle, in vielen Veranstaltungen sturmerprobte Leute, die sich so leicht nicht beeindrucken lassen und immer für kritische Vergleiche zu haben sind. Und da sitzen auch die Sponsoren, die verständlicherweise hohe Massstäbe an das Fest legen, das sie (in der Regel recht uneigennützig übrigens) mit Geld und Rat fördern - und natürlich auch die Repräsentanten der Gesellschaften.
So hat sich denn am Abend der Proklamation schon mancher vom Lampenfieber geschüttelte Prinz gefragt, „ob dat all richtig es" und warum er die Mühsal eigentlich auf sich nimmt. Ja, warum eigentlich?
Immer mal wieder wird behauptet, die Rolle im Dreigestirn bringe wirtschaftliche Vorteile. Aber damit ist es so weit nicht her. Es stimmt sicher, dass ein Mann, der für ein paar Wochen im Vordergrund steht, nicht nur sich selbst, sondern auch seine Firma und deren Produkte bekannt macht. Aber das garantiert, wie viele Beispiele zeigen, noch keinen geschäftlichen Erfolg. Kein vernünftiger Mensch macht heutzutage Kaufentscheidungen oder Auftragsvergaben davon abhängig, ob jemand karnevalistisch engagiert ist. „Mit diesem Aufwand an Zeit und Geld hätte ich geschäftlich mehr erreichen können", versichert ein Ex-Prinz glaubwürdig. Es gibt andere, stärkere Motive. Zweifellos spielt das Bewusstsein eine Rolle, einen Beitrag zur Tradition, zur Kultur und zum Charakter der Stadt Köln leisten zu können, sowie der Wunsch, Menschen Freude zu machen. Und dann ist da - was keine Tollität ernsthaft leugnet - auch Eitelkeit im Spiel. Das Gefühl, Narrenfürst zu sein, für ein paar Wochen über das närrische Köln zu herrschen, schmeichelt dem Ego.
Dabei stimmt das mit dem Herrschen gar nicht. Wie alle Monarchen der heutigen Zeit sind auch die karnevalistischen Regenten nur Repräsentanten und - so, wie richtige Könige vom Parlament - vom Festkomitee abhängig, das sich ja immer noch, wie in seinen Gründerjahren, als „festordnendes Komitee" versteht. Dort wird ihr Zeitplan aufgestellt, von dem nur geringfügige Abweichungen möglich sind. Und dort wird auch darauf geachtet, dass ein Dreigestirn nicht aus der traditionellen Rolle fällt. Ein Ex-Prinz denkt noch heute an die blauen Flecken am Schienbein, die ihm der freundlich lächelnde Festkomiteepräsident Thomas Liessem unter dem Tisch zugefügt hatte, als er mal frei von der Leber weg seine eher unkonventionellen Gedanken zum Fastelovend öffentlich formulierte. Immerhin: Unter dem Mantel der Narretei kann der Prinz schon mal Spott und Kritik anbringen und sich über (nicht nur karnevalistische) Institutionen lustig machen. Als Privatmann bliebe er damit ungehört.
Doch wenn sie auch ziemlich machtlos sind, die Tollitäten, sie verkörpern den Kölner Karneval, dieses uralte Volksfest, das alle Widrigkeiten und Krisen überlebt hat. Deshalb werden sie umjubelt, gefeiert und besungen. Man liebt sie einfach, weil sie Symbolfiguren sind und lässt es sie spüren; im grossen, repräsentativen Saal, im Festzelt, im Sälchen hinter der Vorort-Wirtschaft, bei Besuchen im Altenheim oder im Krankenhaus und ganz besonders am Rosenmontag, wenn Hunderttausende am Zugweg stehen.
Begeisterung der Menschen, deren Freude und Rührung, erleben die Tollitäten wie einen glückhaften Rausch, in einer Euphorie, die mit nichts zu vergleichen ist. Und dies entschädigt für Strapazen, gelegentlichen Ärger und hohe Kosten.
„ . . .ein einzig Mal ein stolzer Prinz im Karneval" - das ist schon ein Höhepunkt im Leben eines Kölners.
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  #23 (permalink)  
Alt 10.11.2005, 17:28
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Das nenn ich mal einen schönen Artikel über das Für und Wider eines Prinzendaseins. Wenn unsere Festausgabe nicht schon im Druck gewesen wäre, hätte ich glatt gefragt, ob ich sie abdrucken dürfte. Sowas fehlt mir nämlich ständig.
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